Freitag, 11. Mai 2012

Zurzeit lese ich...

Vor einigen Tagen waren einige über einen Tweet von mir verwundert. Ich hatte getweetet: "Das ist doch mal ein Mittwochabend! Vivaldi's Jahreszeiten und ein gutes Buch!" Viele haben mich daraufhin angetweetet und da kamen in der Regel zwei Fragen: 1. Welches Buch? 2. Wie kannst du beim Lesen Musik hören? 
Ich muss dazu sagen, dass es ja was anderes ist, wenn man dabei instrumentale Musik hört. Da wird man nicht völlig aus dem Lesefluss gerissen, wie es bei einem Song mit Gesang der Fall wäre. Das Buch, dass ich an dem Abend gelesen habe war übrigends "Die Geigenspielerin" von Laurel Corona.


Das Buch hat mir mein bester Freund geliehen. Er hatte mir davon erzählt und dachte, dass ich es bestimmt gerne lesen wollen würde, weil ich so gerne klassische Musik höre und darunter zählt eben auch Vivaldi. Bei diesem Roman handelt es sich übrigens um einen Vivaldi-Roman. Hauptcharaktere sind die Schwestern Maddalena und Chiaretta, die in der Pietá in Venedig (eine Art Waisenhaus für Mädchen) groß werden und dort eine musikalische Erziehung genießen. So lernen sie die verschiedensten Instrumente wie Flöte etc. Chiaretta wird zur Sängerin ausgebildet. Ihre große Schwester Maddalena hingegen hat es schwerer, da ihr Talent nicht erkannt wird. Erst als Antonio Vivaldi zum Geigenlehrer der Pietá ernannt wird, erkennt dieser das Talent, welches sich in Maddalena verbirgt und bildet sie zur Geigerin aus.

Der Roman vollzieht sich chronologisch durch Maddalena's Leben. Die jeweiligen Lebensabschnitte sind in mehrere größere Abschnitte geteilt. Vivaldi ist nicht immer präsent im Roman und genau genommen bekommt er eher eine Nebenrolle, die aber wichtig für den weiteren Verlauf ist. Es ist zwar ein historischer Roman, doch erklärt die Autorin im Anhang, was sie abgeändert hat und warum. Das fand ich sehr interessant, da man dann in etwa weiß, welche Passagen der Wahrheit entsprechen bzw. enstprechen könnte und welche wiederum nicht. Es ist ganz gut zu lesen. Der Sprachstil ist nicht sonderlich schwer und es lässt sich zügig lesen. Sogar ein Glossar wurde für gewisse Begriffe angefertigt, falls man mit denen nichts anfangen könnte, was ich auch für sehr gut befinde. Allerdings muss ich sagen, dass der Titel, für mich persönlich, falsch gewählt wurde. Es geht zwar größtenteils um Maddalena, die hier die Geigenspielerin verkörpert, jedoch wird der Fokus im Roman so gut wie hauptsächlich auf die jüngere Schwester Chiaretta gelegt. Es ist zwar interessant zu wissen, was mit ihr passiert und auch wichtig für die weitere Handlung, aber an einigen Stellen gerät die eigentliche Protagonistin Maddalena in den Hintergrund und dies über mehrere Seiten lang. 

Mein Fazit ist, dass es ein nettes Buch zum lesen für zwischendurch und zum entspannen ist. Trotzdem muss ich ehrlich zugeben, dass die einzige Motivation zum weiterlesen für mich war, auf die nächste Vivaldi-Szene zu stoßen. 


1 Kommentar:

  1. ich mach das auch öfter, dass ich ruhigeren jazz nebenher hör, wenn ich a buch les, man muss ja net ewig laut drehen...

    AntwortenLöschen